Entwicklungsverzögerte Kinder

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Amanda
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Entwicklungsverzögerte Kinder

Beitrag von Amanda » 18. März 2008, 13:46

Ich möchte uns kurz vorstellen:

Meine grosse Tochter Franca hat eine schwere Sprachentwicklungsstörung und eine allgemeine Entwicklungsverzögerung von einem Jahr. Sie besucht seit letzten Sommer den Sprachheilkindergarten und an zwei zusätzlichen Halbtagen die Kinderkrippe. Wir sind mit dem Sprachheilkindergarten nun leider nicht zufrieden: Es hat sehr viele Buben in der Gruppe, Franca muss viel Taxi fahren, die Qualität des Taxidienstes ist miserabel, sie wird entwurzelt, ihr fehlen normalentwickelte Freundinnen und und und ...

Wir möchten Franca deshalb im Regelkindsgi einschulen und stellen nun leider fest, dass das gar nicht so einfach ist. Zwar überzeugen unsere Argumente meist, aber dann scheitert es an den Details: im einen Kindsgi hat es 24 Kinder und somit zuviel, im anderen hat es ev. schon ein anderes Kind, das erhöhte Aufmerksamkeit braucht und da wäre meine Tochter dann auch zuviel. Wir müssen jetzt abwarten bis nach den Frühlingsferien, bis wir Bescheid erhalten und ich bin inzwischen recht frustriert. Ebenso stört mich bei den Sitzungen, dass meine Tochter als höchst therapiebedürftig dargestellt wird und unbedingt Therapiestunden benötigt: 2-3 Stunden Logo, dann nochmals 2 Stunden Heilpädagogik. Versteht mich nicht falsch: Mir ist klar, dass meine Tochter ein Problem mit ihrer Entwicklung hat, aber muss man sie deshalb mit Therapiestunden zuschütten und sie nicht mehr Kind sein lassen und sie mit anderen Kindern spielen lassen??

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Schulsystem? Musstet ihr euch auch wehren, wenn ja wie?
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Gabi
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Beitrag von Gabi » 19. März 2008, 09:46

Hallo Amanda

Also wir haben auch so unsere erfahrung gemacht leider.
Olivia wurde normal in den Regelkindergarten eingeführt obwohl ich sagte das es nicht gehen würde. Nach 5 Wochen wurde sie dan regelrecht rausgeschmissen und wir wurden alleine gelassen. Sie musste dan mehrere Abklährungen über sich ergehen lassen bekam dan ein Jahr zu Hause Ueilpedagogik und kam danach in den Heilsprachkindergarten und auch dort in die Schule. Wie auch bei dir gab es fast nur Buben auf der ganzen Schule. Nach ein par Woche sagten sie uns auch dort das es nicht geht was ich ihnen aber schon vor den Sommerferien sagte aber eben bin nur eine dämliche Mutter. Dann ging es los so schnell wie Möglich musste sie dort weg aber das gestaltete sich nicht einfach man wollte sie nirgens aufnehemen wir haben erst in einem halben Jahr platz und so weiter wir mussten regelrecht kämpfen darum das sie einen Platz kriegte. Sie ist nun seit einem Jahr in Gempen in der Sonnhalde und wir erkennen sie fast nicht mehr sie kann sogar lesen was vorher niemand glaubte. Wir hatten Glück sie hat jetzt einen guten Platz und fühlt sich dort wohl wir hoffen sie kann dort bleiben.
Liebe Grüsse Gabi

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CéliNico
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Herzlich Willkommen!

Beitrag von CéliNico » 21. März 2008, 21:10

Hallo Almanda,

möchte dich hier herzlich im Forum willkommen heissen! Wünsche guten Austausch!
Das tut mir echt leid, aber leider sind eben fast meistens Buben (das schwächere Geschlecht) betroffen. Traurig dass du solche schlechte Erfahrungen machen musstest! Meine Tochter Céline ist in einem Heilpädagogischen Kindergarten/Schule die hauptsächlich Buben haben! Sie ist nur mit einem Mädchen zusammen. Aber dies stört mich nicht.
Sie sind glücklich!

Ich wünsche euch viel Glück dass eure Franca in einen normalen Kindergarten aufgenommen wird :!: Drücke euch dir Daumen!

Alles Liebe

Daniela
Ich 1970 mit Céline *30.4.2002/t29.8.2011+*Nicola 20.10.2003 beide: PCH-2 Werden nie Gehen,Sprechen,alleine Stehen,Sitzen+Essen können..aber dafür "Lachen"
14.6.2010 Florin: ASS
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Denise
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Herzlich Willkommen Amanda

Beitrag von Denise » 21. März 2008, 23:54

...in diesem Forum! Ich hoffe, dass du hier guten Austausch findest.
Mein Sohn Levi geht auch in den Sprachheilkindergarten. Dieser ist halt wirklich sehr bubenlastig. Dieses Jahr sind es doch 3 Mädchen (und 8 Knaben). Im Jahr 2005 waren es ausschliesslich Buben, letztes Schuljahr waren es 2 Mädchen und in diesem Jahr sind es immerhin 3 Mädchen. Die Kindergärtnerin unterrichtet jetzt das 8. Jahr im Sprachheilkiga und es war bis jetzt immer sehr bubenlastig. Anscheinend haben Knaben vermehrt Probleme mit der Sprachentwicklung als Mädchen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es für die Mädchen Probleme gibt, wenn es so bubenlastig ist. Die Kindergärtner muss wirklich auch extrem schauen, dass sie den Mädchen gerecht wird und auch Themen findet, die auch die Mädchen interessieren. Ich kenne z.B. ein Mädchen, dass vorallem wegen Artikulations- und Grammatikproblemen in den Sprachheilkiga aufgenommen wurde. Schon bald hiess es, das Mädchen hätte ja auch ein riesiges Problem mit dem Sprachverständnis. Wenn die Kindergärtnerin z.B. eine Geschichte erzählte, konnte dieses Mädchen nichts von der Geschichte wiedergeben. Jetzt hat man gemerkt, dass es nicht das Sprachverständnis war, das fehlte, sondern nur das Interesse. Da es sich bei den Geschichten um Bubenthemen handelte (Piraten etc.), welche das Mädchen nicht im geringsten interessierte, konnte sie natürlich nachher nichts von der Geschichte wiedergeben. Als dann die Kindergärtnerin mal etwas erzählte, was das Mädchen auch interessierte (von Prinzessinen etc.), staunte die Kindergärtnerin nicht schlecht, dass das Mädchen die ganze Geschichte von A-Z wiedergeben konnte! Jetzt schaut die Kindergärtnerin immer extrem, dass sie mit ihren Themen beiden Geschlechtern gerecht wird.
Wenn sich dein Mädchen nicht wohl fühlt im Sprachheilkiga, würde ich auch darum kämpfen, dass sie wechseln kann. Lass dich nicht unterkriegen und hör auf deine Gefühle. Als Mutter spürt man nämlich sehr instinktiv, was für das eigene Kind am besten ist. Klingt jetzt vielleicht etwas überheblich, aber ich habe immer wieder so Situationen, wo ich merke, ich muss auf meinen Bauch hören. Bis jetzt sind wir damit immer sehr gut gefahren.
Also hör gut auf deine innere Stimme und kämpfe darum. Es lohnt sich.
Ich wünsch dir viel Kraft und Energie.
Mach's gut. Liebe Grüsse - Denise
Flavia
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Buben

Beitrag von Flavia » 22. März 2008, 22:13

Generell gibt es viel mehr auffällige, chronisch kranke und behinderte Buben als Mädchen!! Daher wundert es mich überhaupt nicht dass auch der Sprachheilkindergarten Bubenlastig ist. Bei Siro sind nur Jungs in der Klasse...

Höre auf dein Bauchgefühl und versuche euren Weg zu gehen. Schlussendlich müssen auch die Eltern "ausbaden" wenn es für die Kinder nicht stimmt. Ich hoffe sehr dass ihr die Chance habt "euren" gewünschten Weg zu gehen!

Ganz liebi Grüess Flavia
Amanda
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Beitrag von Amanda » 26. März 2008, 09:58

Danke für eure Rückmeldungen.

Ja, ist sicher so, dass es mehr entwicklungsverzögerte Buben gibt und in allen Sondereinrichtungen deshalb mehr Buben sind. Für die Mädchen ist das dann nachteilig, deshalb möchten wir ja auch eine integrierte Lösung - nur haben wir das noch nicht erreicht.

@denise
Finde ich einen wichtigen Punkt, den Du da erwähnst: In unserem Sprachheilkiga behandeln sie gerade "Peter und der Wolf" - wohl auch eher für Buben interessant. Kann mir nicht vorstellen, dass bei dieser Gruppenkonstellation "Pippi Langstrumpf" ein Thema sein wird und damit fehlen für die Mädchen die positiven Vorbilder - nebst den Spielkameradinnen zum spielen :cry:

Ich habe nächste Woche noch einen Termin mit der möglichen neuen Kindergärtnerin im Regel-Kiga und hoffe, dass sie Franca gegenüber positiver eingestellt ist, wenn sie sie kennengelernt hat.
Denise
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Hallo Amanda

Beitrag von Denise » 26. März 2008, 19:57

Ich drücke dir nächste Woche ganz fest die Daumen damit die Kindergärtnerin Franca gegenüber positiv eingestellt ist und dass es dann hoffentlich doch noch klappt mit der Integration in den Regelkiga.
Mit guten Gedanken bei euch.
Liebe Grüsse - Denise
Nicole Taugwalder
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Beitrag von Nicole Taugwalder » 2. Juni 2008, 20:53

Hallo Amanda
Meine Tochter Alea ist in einem Heilp. Kindgi, das auch nur Bubenlastig ist - doch sie lernt sich dort durchzusetzen und ist an ihrer Person gewachsen. Ich hoffe, Du findest eine neue Lösung
Griessli us Ettingen
Nicole
Gabriela
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hallo

Beitrag von Gabriela » 4. August 2008, 19:24

ist zwar schon ein paar monate oder wochen her, aber ich möchte dir doch
auch ein paar antworten auf deine fragen geben. vielleicht ist die einschulung schon erfolgt. hoffe zu euren gunsten.

unser sohn andreas hat auch grosse sprachentwicklungsstörungen und ist auch einen stand von einem jahr entwicklungsverzögerungen.

bei uns im kanton wird seit jahren eine intgration in die regelklasse vollzogen. dass heisst, sie werden in die normale "nenne es mal so" regelklasse eingestuft. sie bekommen aber 20 prozent eine heilpädagogin gestellt, welche ihn, die mitschüler und die lehrerin oder lehrer unterstützt. er kann sein lernziel selber bestimmen und ist vom lernziel der andern klassenkameraden befreit. dass heisst aber nicht, dass er nicht lernen muss. der schulstoff wird einfach seinen bedürfnissen angepasst. daneben hat er logo und psychomotorik. so kann er mit "normalen" kinder die schule besuchen. er wird auch gut aufgenommen von den andern kinder welche ihn gerne in der schule haben. andreas hat so grosse fortschritte gemacht, da er sich mit den "normalen" kinder auch messen möchte und seine leistung zeigen will.

gibs das auch in eure gemeinde oder kanton? wende die mal an die pro juventute, die helfen auch.

aber es ist eigentlich bis jetzt auch immer ein kampf gewesen. es wird auch in zukunft nicht leicht sein, damit er nicht unter geht..... besondere kinder haben es immer schwer in unserem leben...

viel glück in euren zukunftswegen.... bin für fragen offen..


gruss gaby
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Gabriela
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nochmals ich

Beitrag von Gabriela » 5. August 2008, 11:33

hallo bins nochmal... ist es wirklich entwicklungsverzögerung oder hat es nicht ein andern namen?

frage nur, weil ich auch lange mit der diagnose gelebt habe und da ist entlich jemand drauf gekommen, dass es eigentlich cerebrale bewegungsstörungen sind. hängen auch mit der entwicklung, sprach und bewegungen ab... frag dich mal schlau...

gruss gaby
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Amanda
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Beitrag von Amanda » 8. August 2008, 14:28

Hallo Gaby,

Danke für Deine Antwort.

Doch, wir haben den integrativen Weg jetzt geschafft. Nächste Woche beginnt der normale Regelkiga. Meine Tochter bekommt zusätzlich 2 Stunden Logopädie (nennt sich bei uns UME - unterstützende Massnahmen im Einzelfall). Eine Stunde Logo findet im Kindsgi statt, die andere in der Freizeit.

Denke auch, dass Franca enorm von den anderen Kindern profitiert und erlebe auch immer, dass meine Tochter in Spiel mit Gleichaltrigen vieles macht und probiert, um den anderen nachzueifern und vor allem auch viel deutlicher spricht als zu uns Eltern :wink:

Die Diagnose "Entwicklungsverzögerung" haben wir von der Entwicklungsabklärung im Unispital Zürich bekommen. Mir ist der genaue Name der Diagnose nicht so wichtig. Egal wie sie lautet: welche Massnahmen und Therapien dann sinnvoll und notwendig sind, müssen wir rausfinden. Im Moment finde ich 2 Stunden Logo etwas einseitig, aber da wir zusätzlich noch Rhythmik machen, ist es dann auch genug.

Was bedeutet denn "cerebrale Bewegungstörungen" genau und wie kann Deinem Sohn geholfen werden? Wie alt ist der denn? Und hat er bereits den Regelkiga besucht?

Herzliche Grüsse, Amanda
Gabriela
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hallo amanda

Beitrag von Gabriela » 8. August 2008, 14:52

danke für deine antwort.

ja andreas ist schon in der 3. klasse der regelklasse also sprich integration. andreas ist schon 9 jahre alt. seine schwierigkeiten sind sprach- und motorische störungen. also eben wie neu bekannt cerebrale bewegungsstörung welche im gehirn sich abspielen. darum hat er mühe mit den augen und beim sprechen. auch motorische bewegungen wie hüpfen auf einen bein oder schnelles anziehen ist da sehr schwierig. er macht dann lieber den clowm als überspielung seiner schwäche. auch hat er lese und schreibmühe. mit inteligenz hat diese krankheit oder angeborenheit absolut nichts zu tun. obwohl man manchmal meint. die massnahmen von der ganzen geschichte oder die behandlung wie im geholfen werden kann, weiss ich auch nicht so sehr. wir sind ja keine pädagoginnen oder speziallisten. wir machen mit ihm logo und psychomotorische übungen. ob hielt, hoffen wir.

wir waren eben auch im kinderspital zürich, wo sie uns einfach sagten, andreas habe leichte motorische entwicklungsrückstände. das war alles.

wenn du möchtest gib ich dir mal einen bericht durch, wo du selber über die cerebrale bewegungsstörung lesen kann. ist sehr interessant.

freut mich mal wieder von dir zu hören wies euch geht.

gruss gaby
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Amanda
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Beitrag von Amanda » 15. August 2008, 15:03

Gewisse Eigenheiten, die Du beschreibst, erkenne ich durchaus bei meiner Tochter wieder: hüpfen auf einem Bein nicht können, laaangsam sein. Gibst Du mir den Bericht durch? (:arrow: PN). Würde mich interessieren.

Wir sind übrigens super gestartet in neuen Kiga: Da Franca schon ein Jahr Sprachheilkiga gemacht hat, kennt sie viele Abläufe, Lieder und Spiele schon, so dass sie mitmachen kann. Viele Kinder kennt sie zudem aus der Krippe, so dass sie auch Kontakt hat. Auch die Kindergärtnerin finde ich gut, weil sie gut vorbereitet ist und strukturiert arbeitet. Ich bin wirklich sehr zufrieden mit dieser Lösung :D

Herzliche Grüsse, Amanda
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