Integration behinderter Kinder in die Regelschule

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Beatrice
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Integration behinderter Kinder in die Regelschule

Beitrag von Beatrice » 18. Juni 2011, 21:25

Habe da eine interessante Seite gefunden:

Discours Suisse -
Integration behinderter Kinder in die Regelschule: Tessin, Wallis und Basel als Vorreiter - Konkordat ab 2011


Bern (sda/ots) - Kinder mit Behinderungen oder Lernproblemen werden zunehmend in Regelklassen integriert. In den Kantonen Tessin, Wallis und Basel sind die Bemühungen weit fortgeschritten. Ein Konkordat, das frühestens 2011 in Kraft tritt, strebt schweizweit einheitliche Grundsätze an.

Das Konkordat ist eine Folge des Neuen Finanzausgleichs (NFA). Per Anfang 2008 hatte sich die Invalidenversicherung aus der Finanzierung sonderpädagogischer Angebote zurückgezogen. Die rund 800 Millionen Franken werden seither von den Kantonen aufgebracht.

Die Erziehungsdirektoren haben diesen Wechsel zum Anlass genommen, in diesem Konkordat schweizweit gültige Grundsätze festzuschreiben. Dazu gehören unter anderem ein gleiches Grundangebot sowie einheitliche Bezeichnungen und Anforderungen an die Anbieter.

Die EDK nahm auch den Grundsatz "Integration vor Separation" aus dem Behindertengleichstellungsgesetz auf. Wo immer möglich werden behinderte und lernschwache Kinder in die Regelschule integriert.

Integriert wird dort, wo dies dem Wohl eines Kindes entspricht und wo dies von einer Schule geleistet werden kann. Es gibt keine Einheitslösung", sagte EDK-Sprecherin Gabriela Fuchs. "Die Kantone entscheiden, wie sie sich organisieren." Sicher werde es für Kinder mit schweren Behinderungen immer besondere Schulen brauchen.

Tessin mit langjähriger Erfahrung

Ein Blick in die Kantone zeigt, dass die Schulen im Tessin das neue Modell bereits konsequent umsetzen. Aktuell besuchen rund 60 Kinder mit Behinderungen eine Regelklasse - ein Spitzenwert unter den Kantonen. Die meisten von ihnen haben Seh-, Hör- oder Gehprobleme.

Darüber hinaus bemüht sich der Kanton Tessin, auch jene Schüler mit Lernschwierigkeiten in den Regelklassen zu behalten, die in den meisten anderen Kantonen in Klein- oder Sonderklassen unterrichtet würden. Dafür betreiben die Tessiner Schulen einen hohen Aufwand. Rund 170 Sonderpädagogen leisten Unterstützung.

Ganz ohne Sonderschule geht es aber auch im Tessin nicht. Etwa 450 Kinder besuchen derzeit spezielle Klassen. Diese werden im gleichen Schulhaus geführt wie die Regelklassen. Das erlaubt eine gute Durchmischung bei einzelnen Projekten und auf dem Pausenplatz.

Westschweiz auf guten Wegen

Stark vorangetrieben haben in den letzten Jahren die Westschweizer Kantone die Integration behinderter Kinder. Der Paradigmawechsel zeigt sich exemplarisch im Kanton Genf. Der Kanton hat vor kurzem ein entsprechendes Integrations-Gesetz erlassen.

Bereits seit 1991 ist die Integration im Kanton Wallis geregelt. Kinder mit leichten Behinderungen nähern sich in Fächern wie Französisch und Mathematik den offziellen Vorgaben.

Ähnliches gilt für den Kanton Freiburg, wo die Integration seit 15 Jahren gesetzlich verankert ist. Die Zahl der "integrierten Kinder" ist in den letzten elf Jahren von 11 auf 195 gestiegen, wie die für Sonderpädagogik zuständige Fouzia Rossier sagte.

Unterschiede in der Deutschschweiz

Stark steigenden Zahlen verzeichnen auch die Deutschschweizer Kantone. In Basel-Stadt besuchen 169 respektive ein Drittel aller behinderten Kinder die Regelschule. Im Aargau sind es 600, in Zürich 500 und in Zug 50 behinderte Schülerinnen und Schüler.

Der Druck, behinderte Kinder zu integrieren, ist dabei unterschiedlich gross. Während Zürich die Schulen verpflichtet, überlassen Aargau und Zug den Entscheid der Schulleitung.

In einem Punkt sind sich alle Kantone einig: Die Integration kann nur gelingen, wenn Lehrkräfte und Schulen sich gegenseitig gut informieren und unterstützen. Ansonsten, so der Verband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer, sind die Lehrkräfte rasch überlastet.

ots Originaltext: Discours Suisse
Internet: http://www.presseportal.ch

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Discours Suisse
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quelle: http://www.presseportal.ch/de/pm/100005 ... urs_suisse
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Webportal zu Integration, Schule und Behinderung

Die Schulung von behinderten Kindern ist wichtig und wurde letzthin viel diskutiert. Organisationen aus dem Bildungs- und Behindertenbereich in der Schweiz haben zu diesem Thema nun ein umfassendes Webportal aufgebaut.
Das Webportal stellt relevante Informationen für die Integration von Kindern mit Behinderung im Frühbereich, in Schule und in der Berufsausbildung bereit. Es richtet sich an Eltern von behinderten und von nicht behinderten Kindern, Lehrkräfte der Regel- und der Sonderschulen, Mitglieder von Schulleitungen und Schulbehörden sowie an weitere interessierte Personen. Das Webportal ist dreisprachig und wird laufend aktualisiert:

http://www.integration-und-schule.ch


Quelle: Agile-Newsletter
http://www.agile.ch/news&getDoc=1088
Zuletzt geändert von Beatrice am 31. Mai 2013, 23:22, insgesamt 1-mal geändert.
Der Veranstaltungskalender des Forums wird laufend aktualisiert
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Re: Integration behinderter Kinder in die Regelschule

Beitrag von Beatrice » 18. Juni 2011, 21:32

Siehe dazu auch:

http://archiv.agile.ch/index.php?id=959
http://www.hwelt.de/c/content/view/3396/31/

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Gelungene Integration im Kanton Uri

Eltern und Lehrpersonen wurden befragt
Integration funktioniert in Uri bestens

Die Integration von Kindern mit einer Behinderung funktioniert in den Urner Schulklassen sehr gut. Das Fazit einer Untersuchung liegt jetzt vor.

Der integrative Schulunterricht funktioniert beispielsweise in Silenen sehr gut (Foto: Martina Regli).


Niklas besucht die 3. Primarklasse in Silenen. Wie die anderen Schulkinder nimmt er aufmerksam am Unterricht teil. Das «Pizzaspiel» am Ende der Schulstunde macht ihm richtig Spass. In seiner Klasse fühlt sich Niklas wohl, seine Mitschülerinnen und Mitschüler mögen ihn. Der fröhliche Junge ist etwas ganz Besonderes in seiner Klasse: Er ist einer von insgesamt 18 Kindern mit einer Behinderung, die eine Primarklasse im Kanton Uri besuchen. An neun Urner Schulen sind die Kinder integriert. Im Unterricht werden sie zusätzlich zur Klassenlehrperson von Lehrpersonen für schulische Heilpädagogik betreut.

Breit abgestützte Umfrage

Seit dem Schuljahr 2006/07 gibt es in Uri die integrative Sonderschulung. Um erste Erfahrungen auszuwerten, beauftragte anfangs Jahr die Bildungs- und Kulturdirektion das Institut für Schule und Heterogenität ISH der PHZ Luzern mit einer Untersuchung. Nun kann Bilanz gezogen werden. Das Fazit: «Das Urner Konzept hat sich bewährt», sagte Alois Buholzer, Leiter der IHS, an der Medienorientierung am Donnerstag, 19. August. Für die Evaluation wurden sowohl die Eltern als auch die Lehrpersonen befragt. Zehn Eltern von Kindern mit einer Behinderung wurden interviewt, 193 Eltern haben einen Fragebogen ausgefüllt. Zudem nahmen 24 Lehrpersonen an einer Gruppendiskussion teil. «Diese Umfrage ist breit abgestützt und für den Kanton Uri repräsentativ», erklärte Alois Buholzer.

Kinder machen Lernfortschritte

Acht von zehn Eltern, die ihr Kind mit einer Behinderung in eine Regelklasse schicken, sind äusserst zufrieden mit diesem Projekt. «Die betroffenen Eltern nehmen klar Lernfortschritte bei ihren Kindern wahr und bezeichnen die Integration als geglückt», sagte Alois Buholzer. Das Vertrauen in die Lehrpersonen ist sehr gross. Den Eltern ist es sehr wichtig, dass die betroffenen Lehrpersonen voll und ganz hinter einer Integration stehen. Allerdings sind sich die Eltern einig, dass man von Fall zu Fall entscheiden muss, ob eine Integration Sinn macht – durchzwängen macht in ihren Augen keinen Sinn.
Ähnlich positiv sehen das die Eltern der anderen Schulkinder in der Regelklasse. Rund drei Viertel finden es sinnvoll, Kinder mit einer Behinderung in eine Regelklasse zu integrieren. Für 80 Prozent stellt die Integration eines geistig behinderten Kindes eine Bereicherung für ihre eigenen Kinder dar. Jedoch sind rund 30 Prozent der Ansicht, dass ihr Kind besser lernen könnte ohne eine Integration, für knapp 3 Prozent stellt dies sogar ein Problem dar. Dennoch: Der Grossteil der befragten Eltern ist der Meinung, dass ihre Kinder von einer Integration profitieren. Der Respekt werde dadurch verstärkt, die Kinder lernen Toleranz und Fürsorge und können eigene Schwächen besser einschätzen.

Echte Herausforderung steht noch bevor

Bei einigen Eltern besteht nach wie vor die Angst, dass eine Integration zulasten der eigenen Kinder geht. Sie befürchten, dass die Lehrpersonen nicht mehr die nötige Zeit haben, sich genügend um die anderen Kinder mit ihren Schwächen und Stärken zu kümmern. Genau diesem Problem sahen sich auch die Lehrpersonen der Schule Silenen gegenüber. «Vor der Integration eines Kindes mit Behinderung waren die Lehrpersonen sehr skeptisch», erklärte Schulleiterin der Unterstufe, Elisabeth Kreienbühl. «Sie befürchteten, dass die Belastung zu gross wird und sie mit der Situation überfordert sind.» Nach mehreren Kursen und einer sorgfältigen Planung wagte die Schule dennoch den ersten Schritt. Ein Schüler mit einer geistigen Behinderung durfte den Kindergarten besuchen. Das war vor fünf Jahren. Jetzt wäre in Silenen die integrative Sonderschulung nicht mehr wegzudenken. Dementsprechend positiv haben sich auch andere Lehrpersonen gegenüber einer Integration ausgesprochen: «Sowohl die Klassenlehrpersonen als auch die Heilpädagoginnen und Heilpädagogen sind der Ansicht, dass alle Kinder von einer Integration profitieren», sagte Alois Buholzer. Insbesondere Kinder mit einer Behinderung würden gefordert und seien motiviert, mit den andern mitzuhalten. Doch auch die anderen Kinder würden direkt von der zusätzlichen Lehrperson im Unterricht profitieren. Wichtig für eine erfolgreiche Integration ist nach Ansicht der Lehrpersonen eine gute Zusammenarbeit und der Rückhalt der gesamten Schule.

Mit dieser positiven Evaluation können die Urner Schulen guten Mutes ins neue Schuljahr starten. Doch Alois Buholzer gab eines zu bedenken: «Jetzt befinden sich die Kinder mit Behinderung auf der Unterstufe. Erst, wenn sie die Oberstufe erreichen, stehen die Schulen vor einer echten Herausforderung.»
Martina Regli

Quelle:
http://www.urnerwochenblatt.ch/aktuelle ... sp?id=7683
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Re: Integration behinderter Kinder in die Regelschule

Beitrag von Beatrice » 7. März 2012, 16:21

Ein Erfahrungsbericht:
http://www.klosterhofschule-nellingen.d ... index.html
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Bericht über den Schweizer Buben Lars, der in einer Regelklasse integriert ist

http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/fr ... -110140779

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Ausserdem 2 Artikel aus der NZZ vom Jahr 2012
http://www.nzz.ch/nachrichten/bildung_g ... 1.15695357
http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/de ... 1.15695406
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Integrative Schule

Einblicke, Informationen und Diskussionsanstösse


http://peterlienhard.ch/blog/
Zuletzt geändert von Beatrice am 31. Mai 2013, 23:20, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Integration behinderter Kinder in die Regelschule

Beitrag von sarah » 15. April 2012, 20:06

Hallo zusammen
Ich sehe beide Seiten der Integration. Unsere Tocher ist sehr gut Integrierrt, sie brauch jedoch auch keine grosse Hilfe. Die Lehrer müssen eine FM Anlage tragen, damit sie sie auch gut hört.Vom Sportunterricht habe ich sie herausgenommen da sie sowieso nicht wirklich mitmachen kann, ich nicht möchte das die anderen Schüler immer auf sie Rücksicht nehmen müssen. Sie fährt in dieser zeit mit dem E-Rolli zur Physio. Mir ist der Bezug zu andren Kindern mit Behinderung sehr wichtig wie auch dass sie Sport machen kann. Sie schwimmt sehr gut, hat schon diverse Erfolge gefeiert und ist sehr glücklich im Wasser.Sie trainiert jedoch auch mit den nicht behinderten, doch die Wettkämpfe sind mit Körperbehinderten ( Gestig behinderte sind eine seperate Klasse im schwimmen).
Ich selber arbeite als Schwimmlehrerin an diversen Schulen( Regelschulen, HPS und für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche). Was jedoch eine Tatsache ist, dass es sehr viel mehr äusserst Auffällige Kinder gibt. Das Lehrer schon mit diesen Kindern sehr gefordert sind, ist ja klar. Wenn jetzt noch Kinder mit Behinderung dazukommen, und sie viel zu wenig Unterstützung bekommen, läuft das Fass über.
Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin die erste die Integration will.
Ich bin im Vorstand der Cerebral Aargau. Wir haben erst vor Kurzem eine Veranstaltung gemacht mit dem Thema: Integration, Zuweisung von Kindern mit Behinderung. Es war eine sehr gute Veranstaltung doch war ich schon sehr überrascht wie die Gesetzgebung aussieht.
Es gibt ein klares Abklährungsverfahren, es ist eigentlich alles sehr gut geregelt doch die Bestimmung ob ein Kind in der Gemeinde die Regelschule besuchen darf, trifft die Schulpflege, wohlverstanden ein" Leihengremium."
Wir werden im Herbst nochmals eine solche Veransalltung machen.

En schöne abig
sarah
Mein kind heisst Nora ,ist am 6.1.2003 geboren und hat AMC.
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Re: Integration behinderter Kinder in die Regelschule

Beitrag von Beatrice » 11. Oktober 2013, 19:19

Artikel vom Mai 2013 aus der NZZ zum Thema: Wenn ein Mitschüler behindert ist
http://www.nzz.ch/aktuell/panorama/wenn ... 1.18073872
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