Knochenbrüche und Schmerzempfindlichkeit

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Andrea mit Roman
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Knochenbrüche und Schmerzempfindlichkeit

Beitrag von Andrea mit Roman » 23. Mai 2017, 17:15

Hallo
Habt ihr Erfahrung mit Knochenbrüchen bei euren Kindern mit DS?
War da der Heilungsverlauf langsamer? Ist das bekannt?

Roman hat seit 1. Mai einen gebrochenen Finger (vorderstes Glied) mit blauem Fingernagel. Der ist jetzt geschient.
Beim Kontrollröntgen nach 11 Tagen sah der Bruch aus wie am Anfang, noch keine Bildung von ???? ( weiss nicht mehr wie das heisst, da sieht man dann als Verdickung auf dem Röntgenbild, wenn der Knochen zusammenwächst). Und das soll bei Kindern angeblich sehr schnell gehen. In Spital sagten sie 2 Wochen Schiene, dann sei es gut. Ich war noch bei unserer Kinderärztin, die uns dann zum Handchirurgen überwiesen hat, der sagte 4-6 Wochen.
Zeigen eure Kinder normale Schmerzempfindlichkeit?
Wenn Roman sich im Alltag verletzt, reagiert er „ normal“.
Aber schon öfters, wie auch jetzt- ist es vorgekommen, dass er kaum reagiert hat auf Sachen die uns sehr Wehtun: der eingeklemmte Finge mit Knochenbruch, da hat er nur kurz geweint in der Schule und mir zu Hause nichts gesagt, ich habs per Zufall gesehen wie blau der Nagel und geschwollen der Finger war, dann sind wir ins Krankenhaus zum Röntgen.
Auch hatte er schon Mittelohrentzündung, Umlauf (Eiterbildung) am Finger und Hüftschnupfen (Wasseransammlung im Gelenk) alles Sachen die uns oder bei seinem Bruder immer sehr schmerzhaft waren. Aber Roman hat kaum etwas gesagt.
herzliche Grüsse
Andrea mit Roman (5/2000), Downsyndrom (Trisomie 21),Hörbehindert und schwerer Sprechdyspraxie. Verständigt sich mit Sprache, Gebärden und Mintalker.
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orphan
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Re: Knochenbrüche und Schmerzempfindlichkeit

Beitrag von orphan » 23. Mai 2017, 18:31

Mit Knochenbrüchen bei Kindern habe ich keine Erfahrung. Noch keines meiner Kinder hatte bisher einen Bruch.

Aber zum Thema Schmerzempfindlichkeit fällt mir schon einiges ein. Mein Sohn beispielsweise hat nie wirklich auf die Wunde reagiert, wenn ihm etwas passiert ist. Er hat zwar geweint aber ich hatte mehr den Eindruck, weil er merkte, dass nun etwas nicht stimmt. Etwas aussergewöhnliches ... vielleicht auch angst ... keine Ahnung. Aber nicht wirklich Schmerz. Selbst bei Wunden, die genäht werden mussten, hat er nicht gross mit Schmerzen reagiert. Nur beim Nähen, weil man etwas mit ihm machte ... die Spritze ... das Ungewohnte.
Einmal hat er beispielsweise seine flache Hand auf eine heisse Platte gelegt. Es gab Brandwunden. Er hat überhaupt nicht reagiert. Er lief einfach weiter.
Es gab oft kleinere Verletzungen, die ich erst viel später - abends beim Umziehen - feststellte!

Bei Mittelohrentzündungen hat er nie etwas gesagt. Das hat immer der Arzt festgestellt und meistens war ich nur zufällig beim Arzt oder ging hin, weil er hohes Fieber hatte und ich nicht wusste warum!

Ich gehe davon aus, dass dies im Zusammenhang mit der Wahrnehmungsstörung steht!

Heute sieht es allerdings ganz anders aus. Jetzt zeigt er deutlich, wenn er schmerzgeplagt ist und seine Knochen aufgrund der Versteifung schmerzen!
Eine schöne Zeit wünscht
orphan
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Tina Tessy
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Re: Knochenbrüche und Schmerzempfindlichkeit

Beitrag von Tina Tessy » 23. Mai 2017, 19:54

Also meine Älteste Tochter ist gesund und hat keine Beeinträchtigung.
Sie hat vor zwei Wochen die Speiche gebrochen. Ihr Arm sah aus wie eine Banane! Wahrscheinlich durch den Schock hatte sie keine Schmerzen. 4-6 Wochen muss sie den Gips tragen.
Letzten Winter jammerte sie über leichte Ohrenschmerzen. Sie hatte kein Fieber. Trotzdem ging ich zum Arzt, beidseitige Mittelohrentzündung, so übel, dass sie wahrscheinlich spätestens am Abend in den Notfall gehen müsste (nach Aussagen des Arztes).
Nun ja, ich glaube es gibt Kinder die sind schmerzempfindlicher als Andere und umgekehrt.
ganz liebe grüsse
tina
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orphan
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Re: Knochenbrüche und Schmerzempfindlichkeit

Beitrag von orphan » 23. Mai 2017, 20:07

Ich denke, genau da liegt der Unterschied zwischen "gesunden" und "beeinträchtigten" Kindern. Meine "gesunden" Kids "jammern" auch über leichte Schmerzen, wenn sie etwas haben. Egal wie schlimm oder "nicht" schlimm es ist, meistens ist ihr "jammern" gleich! Aber dann hat man wenigstens einen Anhaltspunkt und kann entscheiden, ob man etwas tun muss. Man kann prüfen ... und weiss, dass die Kinder das Problem erkennen!

Bei meinem behinderten Sohn wusste ich meist nicht woran ich bin, weil er gar nicht "jammerte"! Weder über leichte noch über starke Schmerzen. Da wusste ich dann nicht einmal, ob es die Ohren, der Hals, die Bronchien, die Lunge, der Bauch oder was auch immer ist ... bzw. ich wusste meistens gar nicht, dass er überhaupt etwas hat!!! Da wäre ich oft froh gewesen, wenn er wenigstens "gejammert" hätte, um mich aufmerksam zu machen. So gesehen, kannst du froh sein, dass deine Tochter wenigstens über "leichte" Ohrenschmerzen "jammert" selbst wenn es eine starke Mittelohrentzündung ist! Sie erkennt das Problem ... Kinder, die schmerzunempfindlich sind, erkennen das Problem nicht!
Eine schöne Zeit wünscht
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Tina Tessy
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Re: Knochenbrüche und Schmerzempfindlichkeit

Beitrag von Tina Tessy » 24. Mai 2017, 08:30

Hallo Andrea

Habe ich das nun falsch verstanden? Der Roman spührt den Schmerz schon, doch reagiert er nicht so heftig?

Bei Orphan klingt es ja ganz Anders.

Ich weiss nicht ob man verallgemeinern kann. Egal ob mit oder ohne Krankheit.
Ich kenne viele Mütter, die sagen: ist doch nicht schlimm, Indianer weinen nicht... so werden viele schon trainiert den Schmerz nicht zu zeigen.
Wohlmöglich dass nicht alle das selbe Schmerzempfinden haben, aber ob das bei DS allen so ist, kann ich dir nicht helfen.
Ich bin sehr gespannt, falls du dafür die Antwort findest!
ganz liebe grüsse
tina
Andrea mit Roman
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Re: Knochenbrüche und Schmerzempfindlichkeit

Beitrag von Andrea mit Roman » 24. Mai 2017, 12:03

hoi mitenand
Romans Schmerzempfindung ist definitiv anders. Bei z.B. einem Sturz beim Spiele reagiert er schon kurz und weint, wenn das Knie aufgeschlagen ist, da sieht man aber auch was. Bei andern Schmerzen wie beschrieben, wo von aussen eher nichts feststellbar ist, selbst bei Eiterfinger, den sieht man aber,) hat er nie was gesagt. Halsschmerzen kann er seit diesem Winter sagen. Bei der Mandeloperation vor 3 Jahren hat er zu wenig Schmerzmittel bekommen für die Behandlung daheim, da hat er einfach lange Zeit alles Essen verweigert, aber nie was gesagt.
Oder beim Hüftschnupfen sagte er nur einmal aua und hat auf das Bein gezeigt, dann nicht mehr und nichts mehr gesagt. Bis ich feststellte, er hinkt und kann im Zoo nicht auf ein Bänklein steigen, da wich er der Bewegung aus.
( Roman hatte er schon 3 mal Hüftschnupfen, nach dem ersten Mal sagten sie im Spital beim Ultraschall, ich solle direkt zum Ultraschall kommen, wenn er wieder hinkt, nicht zuwarten! Sein Bruder konnte mit der selben Diagnose damals keinen Schritt mehr gehen und rief nachts Mami, ich kann nicht mehr gehen, so schmerzhaft war das!).
Auch wir kontrollieren seine Körper alle paar Tage, ob alles i. O. ist.
Ich selber bin mir aber z, B, Unschlüssig, ob man ihm Schmerzmittel geben soll, wenn er keine Schmerzen angibt und wir aber denken, es ist schmerzhaft wie der Knochenbruch z.B.
Und ja, Roman hat auch WAhrnehmungsstörungen, verschiedenen Sinne verbinden ist schwer. Oder Taktile !Überempfindlichkeit, die zwar zunehmend weniger geworden ist.
herzliche Grüsse
Andrea mit Roman (5/2000), Downsyndrom (Trisomie 21),Hörbehindert und schwerer Sprechdyspraxie. Verständigt sich mit Sprache, Gebärden und Mintalker.
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