Freundschaft

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Gabriela
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Freundschaft

Beitrag von Gabriela » 12. August 2006, 21:18

möchte mal ein neues thema hier herein bringen.


unser sohn andreas ist jetzt 7 1/2 jahre alt und hat leichte entwicklungsstörungen welche sich ja in sprache und motorik ausübt.
deshalb hatten wir bis vor 2 jahre sehr mühe in zu verstehen. auch die umwelt hatte mühe und deshalb hat er auch nicht so guten kontakt zu gleichaltrigen. heute ist andreas gut zu verstehen nur manchmal redet er zu schnell und man versteht nichts. gehirn schaltet schneller als das mundwerk reden kann. sein verhalten ist manchmal auch nicht altergemäss, was ja der entwicklungsstörung zuzuweisen ist.

ich bemühe mich auch andreas viel mit gleichalterigen zusammen zu bringen, nur diese finden in halt manchmal doof oder komisch. habe auch schon gehört schon gehört, "mit dem muesch ned spiele de isch e doof!" diese aussagen tut einem extrem weh und dies vom eigenen verwandteskreis. das schmerzt noch mehr. hat euere kinder viele gleichalterige gspändli oder steht euer kind auch viel alleine da????

antwort interessiert mich, was kann man mehr tun?

gruss gabriela
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Conny
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hallo Gabriela

Beitrag von Conny » 6. Mai 2007, 15:10

Allso muß schon sagen es wundert mich etwas das du auf deinen aufruf so weig antwort bekommen hast ich bin leider erst seid heute dasbei
und ich miß sagen ich kenne das
Mein sohh ging erst in eine behindertenscchule der lebenshilf danach ist er in eine einrichtun der caritas für behinterte ggekommen zum arbeiten und er hat in unserem dorf überhaubt keinen kontakt zu den anderen jugendlichen er endspricht ja auch nicht der norm.auf mein anfragen ob man in den fereinen nicht mal so tag der offenen tür wo die behinderte mit nicht behinderten was machen könnten stieß ich auf taube ohren.Finde ich so schade aber ich werde nicht aufgeben
Ganz liebe Grüße
Conny
aengelchen
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Beitrag von aengelchen » 27. August 2009, 20:32

Vielleicht liest ja noch wer mit auch wenn der beitrag schon älter ist. oder sehr viel älter.
aber auch ich habe diese erfahrung gemacht und es hat meinem kind im nachhinein mehr geschadet (dass er dies mitbekommen hat) als ich dachte.
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<<carmen<<
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Beitrag von <<carmen<< » 28. August 2009, 17:46

Hallo Gabriele
Das kenne ich nur zu gut.Noah spricht gar nicht,
gibt halt nur Geräusche von sich.Viele Kinder schauen
ihn deswegen ganz narrisch an.Sie meinen :das nervt ja,
der ist blöd...der ist ja voll behindert.Da Noah auch eine spastische
Lähmung hat.....heisst es dann...guck mal der Spastiker.
Das tut sehr weh.
Wenn ich dann im Supermarkt anstehe,werde ich sogar von Erwachsenen
schief angesehen,da Noah ohne Pause röhrt:
Einer meinte mal:Das hält man ja im Kopf nicht aus,da hab ich meine
Sachen,die ich bezahlen wollte....einfach auf den Boden geworfen
und hab den Laden verlassen
Ich denke ,wir müssen damit leben
Gruss Carmen
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Beatrice
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Beitrag von Beatrice » 28. August 2009, 21:52

Auch mir kommt das bekannt vor, allerdings von der Betroffenenseite her. Ich bin als schwer sehbehindertes und leicht cerebralbehindertes Kind aufgewachsen. Bis und mit 2. Klasse ging es eigentlich noch gut mit gleichaltrigen Kids, ausser, sie spielten Ball oder Geschicklichkeits-/Schnelligkeitsspiele- da merkten sie schnell, dass man mit mir halt nur verliert und ich blieb abseits,
Im Kindergarten war ich sogar noch eine richtige Attraktion, es gab zu jener Zeit nicht viele Brillenkinder, darum war das interessant. Ausserdem hatte ich Gummiknochen. Ich konnte die Beine hinter dem Kopf versorgen und auf den Fussristen laufen und alle Finger nach hinten biegen.
Ab der 3.Klasse merkten sie dann auch, dass ich ziemlich anders aussah, die dicke Brille hat mich sehr verändert, meine Augen sahen aus, als stünden sie schräg. Darum war ich dann der "Möngi". Meinem Bruder, er hatte wirklich das DownSyndrom riefen sie das auch nach.
Seitdem habe ich es nicht mehr so mit Gleichaltrigen, viele waren mir auch einfach zu albern. Ich denke, ich bin besser "bedient" mit etwas reiferen Freunden.

Aber wenn man ein Kind ist, ist das unglaublich hart. Wir sind soziale Wesen, jeder braucht für eine gesunde Entwicklung Freunde. Es war heftig zu sehen, wie meine gesunden Geschwister von Freunden umgeben waren und ich einfach kaum Anschluss fand - und dabei war ich ein liebes und auch sensibles Kind. Ich habe mich dann mit den Aussenseitern solidarisiert, ihnen geholfen, sie beschützt. Und in der 6.Klasse hat man mich zur Klassensprecherin gewählt - das war ein Höhepunkt.

Es gab aber auch Spiele, wo ich glänzte. Diese Wortspiele, wo man mit einem gegebenen Buchstaben eine Stadt, ein Tier, einen Buben-und einen Mädchennamen, einen Berg, eine Blume und weiss der Himmel was noch, so schnell wie möglich notieren soll - da schlug ich sie alle. Da war ich gefragt in der Gruppe.
Weiss nicht, ob es dieses Spiel noch gibt, aber es war immer schön für mich, wenn wir es spielten.
"Du bist gar nicht so dumm, wie Du aussiehst", sagte mir eines Tages ein neu zugezogener Junge, nachdem er mit uns dieses Spiel gemacht hatte.
Ich fasste es Kompliment auf, meine Schwester haute ihm eine runter, sie hat auch einiges eingesteckt als gesunde Schwester von 2 behinderten Kindern.
Es gab Mamis, die ihren Kindern verboten, sie zum Geburtstag einzuladen, weil "in dieser Familie abnormale Kinder leben" - es war Unwissen, oder Angst, heute wissen wir das beide, aber damals war es schwer.

"Missgeburt" riefen sie mir auch nach, sogar die Tochter vom Herrn Pfarrer.
Aber als der Zoo mit Schlangen kam und ich als einzige den "Mut" aufbrachte, eine zu halten, da haben viele gestaunt, die Buben und die Mädchen.

Und als Trost bleibt dennoch, dass es neben den grausamen gesunden Kindern immer auch Ausnahmen gibt und ich hoffe, je länger je mehr. Es gibt heute offene Eltern, die ihr Kind ganz freiwillig in eine Integrationsklasse schicken, weil sie erkannt haben, dass die Kinder, gesund oder behindert viel miteinander und voneinander lernen können.

Was ich sagen kann, ist, je früher ich mit den Kindern zu tun hatte, umso eher blieben sie mir treu, auch als sie merkten, dass ich etwas anders war, als andere Kinder. Immerhin 2 Mädchen(heute Frauen) gleichen Alters sind mir bis heute treu geblieben und waren schon, als ich 3 war mit mir zusammen.

Ich grüsse Euch alle ganz herzlich und wünsche Euch und Euren Besonderen Kindern trotz allem Schwierigen immer wieder einen Grund, sich von Herzen zu freuen

Beatrice

Im Chindi am Telefon:
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Zuletzt geändert von Beatrice am 30. August 2009, 22:10, insgesamt 2-mal geändert.
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Man sieht nur mit dem HERZEN gut.
Antoine de Saint-Exupéry

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Freunde

Beitrag von Family Wirz » 30. August 2009, 15:19

Hallo Gabriela,

Versuch des einmal in der Pfadi evt. sogar in der PTA Pfadi trotz allem evt. kann er auch zu den Wölfen gehen. Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht.javascript:emoticon(':D')
Oder auch in die JUSPO Jugend Sport wir haben auch bei uns in der Jugi Kinder die unter Bewegungsstörungen leiden, die werden nicht ausgelacht sondern von den Jungs mitgetragen und nicht selten werden gute Freundschaften daraus.javascript:emoticon(':D')
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Beitrag von Flavia » 30. August 2009, 20:21

Ich denke das schlimme ist wenn die KInder realisieren dass sie weniger Freunde haben.
Unser Sohn hat auch keine "Freunde" allerdings realsiert er das auch gar nicht. Wenn er sändelet spielen die 2-3 Jährigen neben ihm und nehmen sich gegenseitig die Chübeli weg.
Vielleicht kommt dieses wahrnehmen bei ihm einfach viel später, das wird sicher eine harte Schule sein.

So gesehen bin ich fast froh dass Siro "zu fest" behindert ist.
Er freut sich sehr über alle Kinder die ihm hoi sagen oder ihn fragen wie es in der Schule war, auch wenn er nicht wirklich eine Antwort geben kann ; )).

Liebe Grüsse Flavia
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